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Kronsnest

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Hof Kronsnest
Erbhof kronsnest neu.jpg
Vor 1936:
Erbhof Kronsnest. Seit anno 1345 bis zur "Umsiedlung" im Jahre 1936 waren hier die Kronsnest ansässig.
Information
Koordinaten: Google Maps
Ortschaft: Kronsnest
erste urkundliche Erwähnung: 1345
Eigentümer (heute): -
Größe: 1099 Morgen (1936)
Homepage:
Kronsnest (Familienname)
Daten
Herkunftsland: Vermutlich Norddeutschland
Anzahl Namensträger:

Kronsnest ist ein alter Familienname und war bis zum Jahr 1936 auch der Name eines Hofes im gleichnamigen Ort in der Heidmark. Zum Familiennamen Kronsnest gibt es heute (im Jahre 2008) nur noch einen Telefonbucheintrag.

Der Ort Kronsnest, der Hof Kronsnest und der Familienname KronsnestBearbeiten

In dem Ort Kronsnest wird bereits anno 1379 Henneke von dem Kronesneste erwähnt. Aus dem Jahre 1438 ist der Eggerd to deme Cronsneste überliefert. 1528 dann wird der Jurgen Kronsneste genannt. Das ursprüngliche Kronsnest ist von der Landkarte verschwunden. Die Bewohner und Bewohnerinnen wurde 1936 "umgesiedelt", weil ein riesiger Truppenübungsplatz (heute das größte Militärgelände Europas) errichtet wurde. Der Name Kronsnest wird an dem Ort, in dem die Familie Kronsnest 1936 neu siedelte, weitergeführt.

Die Verbindungen zu den OelfkesBearbeiten

Sophie Kothe, die Mutter der Martha Oelfke, ist eine geborene Kronsnest. Die Großeltern der Martha Oelfke, geb. Kothe, (heiratete Anfang der 1930er Jahre den Albert Oelfke sen auf dem Leitzmannshof in Vierde) sind Casten Heinrich.Kronsnest aus Kronsnest und Ilse Kronsnest, geb. Grünhagen. Casten Heinrich und Ilse Kronsnest sind die Urgroßeltern unter anderem der Margreta Hasselhoff, geb. Oelfke, dss Albert Oelfke jun und des Herbert Oelfke sen (die drei Kinder der Martha Oelfke und des Albert Oelfke).

Die Geschichte der KronsnestBearbeiten

Der Name Kronsnest heißt soviel wie "Kranichnest". Der Kranich war einst in der Ostheidmark heimisch.

Im Jahre 1936, zu dem Zeitpunkt der "Umsiedlung" (Errichtung eines Truppenübungsplatzes), blickte die Familie Kronsnest auf eine über 600jährige Familien- und Hofgeschichte zurück. Der alte Hof zum Kronsnest lag im Walde versteckt. Uralte Eichen und Buchen umgaben den Hof. Mit 800 Morgen guter Forst war Kronsnest einer der besten Holzhöfe der ehemaligen Amtsvogtei Fallingobstel. Und die Kronsnest liebten ihren Wald, sie hegten und pflegten ihn, hatte dieser doch maßgeblich zu ihrem großen Wohlstand nach den Unglücksjahren um 1800 beigetragen. Der Hof ging der Familie über alles, wie in dem Buch "Die Heidmark", Seiten 424 bis 452, (Autor und Verlag siehe Hauptseite Oelfke), mehrmals beschrieben wird.


Die BauernreiheBearbeiten

  • 1350 29. September Hof "to deme kronesneste"
  • 1378- 79 Henneke van dem kronesneste
  • 1438 Eggerd to deme Cronsneste
  • 1511 Jurgen vom Cronesneste (Pfarrarchiv Düshorn)
  • 1528 Jürgen
  • 1563 Hans thom Cronsneste
  • 1589 Hans zum Kronsneste
  • 1606 Heinrich zum Kronsneste, mit Hellebarten bewaffnet
  • 1631 Jorgen zum Kronsnest
  • 1685 Thies zum Kronsnest
  • 1709 Hans Kronsnest
  • 1739 Hans Heinrich Kronsnest
  • 1760 Hans Friedrich Hornbostel (Zwischenwirt durch Einheirat)
  • 1764 Hans Conrad Kronsnest
  • 1771 Jürgen Friedrich Marquard (Zwischenwirt durch Einheirat)
  • 1779 Hans Friedrich Hornbostel (Zwischenwirt)
  • 1789 Jürgen Conrad Kronsnest
  • 1805 Johann Cord Rodewald (Zwischenwirt durch Kontrakt)
  • 1817 Heinrich Jürgen Kronsnest
  • 1857 Casten Heinrich Kronsnest (Großvater unter anderem der Martha Oelfke, geb. Kothe, die Anfang der 1930er Jahre den Albert Oelfke sen auf dem Leitzmannshof in Vierde heiratete, und Urgroßvater unter anderem der Margreta Hasselhoff, geb. Oelfke, des Albert Oelfke jun und des Herbert Oelfke sen, in den 1930er Jahren die Kinder auf dem Leitzmannshof in Vierde)
  • 1890 Georg Kronsnest
  • 1930 Christoph Heinrich Friedrich Kronsnest
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Die Auszüge aus den KirchenbüchernBearbeiten

  • Hans Heinrich Kronsnest, stirbt vor 1764. Die Witwe heiratet in zweiter Ehe Hans Friedrich Hornbostel, Interimswirt auf Kronsnest, * 1712, gestorben Kronsnest, 23. Januar 1804, 91 Jahre, zwei Monate, 14 Tage alt.
  • Aus erster Ehe Hans Conrad Kronsnest, * um 1770, Heirat mit Dorothea Elisabeth Lentzen (Lent) * (priegnitz?), gestorben Kronsnest 15. Oktober 1798 an der roten Ruhr, 60 Jahre weniger 14 Tage alt; Heirat II. 1771 Jürgen Friedrich Marquard aus Neumühlen * Neumühlen 30. April 1747, gestorben Cronsnest 10. November 1793, 48 Jahre alt.
  • Conrad Jürgen Kronsnest (Cronsnest), Hauswirt zum Kronsnest, * 1762, gestorben Kronsnest 9. April 1808 (am Schlage), 46 Jahre alt; heirat mit Catharine von der Brelie, Tochter von Casten Heinrich von der Brelie zu Oberhode (Schniershof) und der Catharine Margarethe Busmann, * Osterhode 16. Oktober 1764, gestorben Kronsnest, 7. März 1835 (Abzehrung), 70 Jahre, zehn Monate alt.
  • Casten Heinrich Kronsnest (Cronsnest) * Kronsnest 4. Februar 1828, gestorben Kronsnest 1. November 1890, 62 Jahre, acht Monate, 27 Tage alt; Heirat in Fallingbostel 23. November 1856 mit Ilse Catharine Engel Grünhagen, Tochter des Vollhöfners Casten Heinrich Grünhagen zur Hohe (Homannshof) und der Ilse Marie Wittenberg, * Hohe, 10. Juli 1834, gestorben Kronsnest, 7. März 1892, 57 Jahre, sieben Monate, 25 Tage alt.
  • Georg Heinrich Friedrich Kronsnest (Cronsnest) * Kronsnest 1. September 1861, gestorben Kronsnest 12. Mai 1932, 70 Jahre, acht Monate, zwölf Tage alt; Heirat in Fallingbostel 28. Mai 1891 Dorothee Engel Marie Harms aus Böstlingen, * Bösstlingen 2. Dezember 1863, gestorben Kronsnest 9. März 1936, 72 Jahre alt.
  • Georg Kronsnest (im Genadier-Regiment "Kronprinz", * 9. November 1893, gestorben in einem Gefangenenlager am Schwarzen Meer, 14. März 1916.
  • Christoph Heinrich Friedrich Kronsnest auf Kronsnest * Kronsnest 26. Juli 1895, Heirat Kronsnest (im Hause) 20. Juli 1922 Wilhelmine Marie Erna Neddenriep, Tochter des Hofbesitzers Heinrich Friedrich Neddenriep in Elferdingen und der Marie Scheele, * Elferdingen 14. Mai 1899.
  • Jürgen Kronsnest, Anerbe zu Kronsnest * Kronsnest 23. Oktober 1927.

Die urkundlichen Erwähnungen - hier AuszügeBearbeiten

  • 30. Mai 1780: Erschien der Kronsnestsche Vormund Michael Kronsnest und Hans Friedrich ornbostel und bat erster noch ad protocollum zu nehmen, daß Hornbostel bei Wiederannahme des Hofes sich verbindlich gemacht habe, die ersten fünf Jahre der Interimswirtschaft jährlich fünf Taler und die anderen fünf Jahre jährlich zehn Taler an Termingelde zu bezahlen. Hans Friedrich Hornbostel deklarirte, daß der Vergleich würklich so errichtet worden und er den Termin vom ersten Jahre um Jacobi gewiß abtragen wolle.
  • Jürgen Riecks aus Walsrode, der zum Südbostel gedienet mit Jungfer Anna Magdalena Cronsnest vom Cronsnest copuliert, am 19. November 1789. Er heiratete die Tochter des Hans Cord Kronsnest, der aus dem siebenjährigen Kriege mit einer Frau aus der Priegnitz wiedergekommen war. Das Ehepaar "freet an'n Dischsoot" und blieb zeitlebens auf Kronsnest. Kurz vorher heiratet Joachim Lent, Knecht vom Kronsnest, Anna Elisabeth Lorent aus Oerbke. Hans Sthhlmacher schreibt in seinem Buch "Die Heidmark" (Verlag siehe Hauptseite Oelfke: "Das ist zweifelslos ein Bruder der Frau aus der Priegnitz, denn die unwesentlich verschiedene Schreibweise Lents und Lentt ist kein Grund, das zu bezweifeln, das kommt damals sehr häufig vor und erhellt auch aus der Eintragung des Pastors bei dem vorstehenden Namen Lorent statt Lorentz. Es scheint danach also die Verbindung von Cornsnest nach der Pregnitz nicht abgerissen zu sein.und einer unermüdlichen Forschung wird es noch gelingen, Geburtstag und -ort der Dorothee Elisabth Lentz irgendwo in der Priegnitz festzustellen und dazu noch die Eintragung über die Hochzeit des Hans Cord (Conrad) Kronsnest und der Dorothee Elisabeth Lentz beziehungsweise Lentzen. Über diese in der Familie Kronsnest und in der Heidmark soviel genannte Frau meldet das Kirchenbuch zu Fallingbostel: Den 17. Oktober 1798 begraben Dorothee Elisabeth Marquard, Altmutter zu Kronsnest gestorben den 15. Oktober an der roten Ruhr, alt 60 Jahre weniger vierzehn Tage."

Die Überlieferungen um den Hof KronsnestBearbeiten

  • In der Nacht vom 23. auf den 24. Mai 1801 bricht auf Kronsnest Feuer aus. Das Wohnhaus des Jürgen Kronsnest und drei Nebengebäude brennen völlig nieder. Sämtliches Hausgeärt und fast alles Hornvieh kommt in den Flammen um.
  • 1821 verkauft der Vollhöffner Heinrich Kronsnest zur Tilgung älterer Schulden einen Wiese von ein Morgen 30 Quadratmeter für 30 Taler Gold an Johann Carsten Harms zu Vitzen.
  • Im Jahre 1810 finden die großen Aushebungen für das französische Heer statt. Viele Bauernsöhne verlassen die Heidmark und gehen nach England zur Legion, andere werden versteckt gehalten. Auch der junge Hinrich Jürgen Kronsnest soll mit. Als einziger Sohn bleibt ihm dieses Schicksal aber erspart. Er bleibt auf dem Hofe. Der Maire (Vorsteher) von Oberndorfmark, Corde Hinrich Küster und drei andere Bauern, Carsten von der Kammer, Johann Cord Rodewaldt und Johann Casten Greve, stellen eine Bescheinigung aus. Diese hat den Wortlaut: "Wir Unterschriebene bescheinigen hiermit, dass Hinrich Jürgen Kronsnest zum Kronsnest der Erbe seines Vollhofes und einziger Sohn ist, der den Hof in kurzem annimmt, zwey Geschwister hat, die noch nicht 18 Jahre alt sind, eine Mutter hat, für dessen Ernährung er zu sorgen hat, seine gedachten Güter so groß sind, daß selbige ohne einen Wirth durchaus nicht bestehen können. Oberndorfmark, den 7. Oktober 1810."

Die Geschichten um den Hof KronsnestBearbeiten

  • Jahrhundertelang wurde diese Sage von Generation zu Generation erzählt, die Hans Stuhlmacher in seinem Buch "Die Heidmark" so wieder gibt: "In Kronsnest stand früher die Kronsburg.In einer Fehde des Ritters von der Kronsburg mit dem Ritter von der Wense zu Wense ist die Kronsburg verwüstet und nicht wieder aufgebaut worden." Dass diese Sage nicht ganz aus der Luft gegriffen sei, beweise das Vorhandensein des alten erhöhten Platzes mit deutlich erkennbarem Wall. Die den Wall umschließenden sind, obgleich zur Wiesenanalge geebnet, noch deutlich festzustellen, auch Mauerwerk wurde gefunden."
  • Von einem Sohn eines Schäfers auf Kronsnest wird erzählt, dass er nach England gegeangen ist, dort ein Geschütz erfunden hat und zu großem Reichtum gekommen sei. Im vorgerückten Alter als mehrfacher Millionär heiratete er die Witwe eines Admirals. Die Ehe blieb kinderlos. Auf die große Erbschaft haben viele Verwandte in der Heidmark vergeblich gewartet.
  • Der Name Kronsnest bedeutet offenbar - wie schon erwähnt - Kranichnest. Über die Herkunft des Namens Kronsnest wurde aber auch diese Geschichte erzählt: Im schwedischen Kriege sei ein schwedischer General hier hergekommen und habe, weil er den Sumpf nicht habe durchschreiten können, gesagt: "Dieses Nest soll jetzt nicht mehr Kronsburg, sondern Kronsnest heißen."
  • Casten Hinnerk Kronsnest war sehr klug und hatte ein glänzendes Gedächtnis. Er war auch Geschworener und konnte die ganzen "Pleidojers", wie er sagte, auswendig. Als er zum ersten Male mit den anderen Geschworenen und einigen Gästen in Celle im einfachen Zeug in der Wirtschaft zusammensaß und der Kellner ihn mißtrauisch anguckte, zog Kronsnest, als es ans Bezahlen ging, einen Geldbeutel voller Taler aus der Tasche, stellte ihn vor sich auf den Tisch und meinte: "Na, dütt is je moll noog."
  • Casten Hinnerk Kronsnest's Mutter, geborene Harms aus Böstlingen, verstand es, eine herrliche Brautbutter zu machen. Als Prinz Eitel Friedrich Hochzeit hatte, sandte Kronsnests Mutter eine Brautbutter nach Berlin. Am 8. März 1906 erhielt sie aus Potsdam vom Kabinettshaus ein Dankesschreiben: "Seine köingliche Hoheit, der Prinz Eitel Friedrich, haben mich beauftragt, Ihnen für Ihre Glückwünsche und die übersandte Hochzeitsbutter vielmals zu danken. gez. von Lettow."
  • Der Besitzer des Hofes Kronsnest zur Zeit der "Umsiedlung", der Zeit also, als die jahrhundertelange Tradition durch die Anlage eines Truppenübungsplatzes jäh beendet wurde, erwirbt 1936 den Hof Owe in dr Gemeinde Hamwiede bei Walsrode. Der neue Hof heißt mit damaliger behördlicher Genehmigung Kronsnest.


Der Grundbesitz des Hofes KronsnestBearbeiten

Im Jahre 1936 gehörte dieser Grundbesitz zum Hof:

  • 0.129 Morgen Acker
  • 0.061 Morgen Wiesen und Weiden
  • 0.006 Morgen Hofraum und Garten
  • 0.802 Morgen Forst
  • 0.020 Morgen Moor
  • 0.080 Heide
  • 1.099 Morgen Gesamt-Grundbesitz


Die Lage des Ortes und des Hofes KronsnestBearbeiten

Kronsnest gehörte zu Oberndorfmark und damit zum Kirchspiel Düshorn. 1936 hatte der Ort der Errichtung eines Truppenübungsplatzes zu weichen und eine jahrhundertealte Tradition fand damit ein jähes Ende. Kronsnest ist jetzt Teil des Truppenübungsplatzes Bergen-Belsen.

Der Verbleib der Familie KronsnestBearbeiten

Die Familie Kronsnest siedelte dann in die Gemeinde Hamwiede in der Nähe von Walsrode. Sie bekamen dort einen Hof. Dieser Ort gehört zu Hamwiede und wurde der Ortsteil Kronsnest. Der letzte Hoferbe der Familie Kronsnest war unverheiratet und hatte keine Nachkommen. Ein Neffe (Jochen Bockelmann aus Groß Sehlingen) erbte dann den Hof und hatte den Namen Kronsnest anzunehmen.

Hans Stuhlmacher, Autor des Buches "Die Heidmark", schreibt auf Seite 452: Neuer Wohnort der Kronsnest: Kronsnest-Owe, Kreis Fallingbostel

Siehe auchBearbeiten

BilderBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hans Stuhlmacher: "Der Kreis Fallingbostel" (Verlag siehe Hauptseite Oelfke)

WeblinksBearbeiten

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