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Oelfke

Häusling

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Ein Häusling zu sein, kann bedeuten:

  • Ein Mieter in einem Haus, gewöhnlich auch Taglöhner oder Kleingewerbetreibender; vgl. Häusler oder Hausmann
  • Jemand, der nicht sesshaft ist, ein außer Landes geborener Bettler ("Hußling")
  • Ein Bauer ("Huisslinck", "Häußling")
  • Bewohner eines Armen- oder Arbeitshauses, Sträfling

Die Häuslinge in Oerbke und andere, die in dieser Wiki angegeben sind, sind dem ersten Punkt zuzuordnen, das heißt sie wohnten auf dem Hof des Bauern, ohne der Bauer selbst zu sein. Stattdessen halfen sie dem Bauern gegen Entlohnung, ähnlich wie das Gesinde.

Häusling in der HeidmarkBearbeiten

Das Häuslingswesen ist in der Ost-Heidmark sehr alt. Urkundlich sind 1589 die ersten Häuslinge genannt. Erwähnt sind sie im Viehschatzregister (siehe Schatzregister Celle) von 1589. In diesem Register werden nur die Häuslinge genannt, die in Besitz von Vieh waren.

In späterer Zeit hatten die Häuslinge dem Vogt jährlich ein Taler Dienst- und Schutzgeld zu zahlen. Mit der Not der Bauern im Dreißigjährigen Krieg litt auch der Häusling mit.

Bauern und Häusling bildeten eine Hofgemeinschaft. Klassengegensätze habe es nicht gegeben.

Fremde wurden zu Häuslingen nie genommen. "Watt toloppt, is nich to bruuken", so die damalige Meinung der Bauern in der Heidmark. Wer nicht die verbindende Kraft der plattdeutschen Mundart hatte, kam als Häusling überhaupt nicht in Frage.

Wohl gab es in jedem Dorf Herren und Knechte. Doch Bauer, Häusling und Knecht standen im gemeinsamen Schaffen nebeneinander. Es habe sich jeden Tag ereignen können, dass der wohlhabende Bauer von dem ärmsten Häusling abhängiger war als dieser von ihm, und wenn es sich nur darum handelte, das Heu trocken hereinzubringen oder den Roggen zu mähen.

Der älteste Bauernsohn selbst war bis zur Hofübernahme Knecht. Seine Brüder waren ebenso Knechte. Vielleicht wurden sie dann Bauer durch Einheirat. Fanden sie keine Hoferbin, wurden sie meistens Häuslinge.

Schon in alter Zeit hatten die Bauernhöfe hier ein oder zwei Häuslingshäuser. Oft war das Backhaus zugleich als Häuslingshaus ausgebaut.

Die Häuslinge waren zum Teil Deputatarbeiter. Sie stellten dem Hofe ständige Arbeitskräfte.

Anmerkung: Diese Beschreibung der Häuslinge und der Bauernschaft stammt zum Teil aus dem Jahre 1939 und ist insofern reflektiert zu betrachten.

Häusling in Oerbke Bearbeiten

Nicht immer war schon in Oerbke als Häusling die Möglichkeit vorhanden, Bargeld hinzu zu verdienen, und der Bauer verfügte auch nicht über soviel Geld, dass er einer Häuslingsfamilie Arbeit und Lohn für das ganze Jahr geben konnte; so wurde vielfach bei allen Bauern des Dorfes etwas gearbeitet, zum Beispiel Gräben ausheben, Torf stechen, Waldarbeit, Borke für Gerbereien hacken usw. Ungefähr 100 Tage wurden vom Häusling jährlich bei seinem Bauern für Wohnung, fünf bis sechs Morgen Land und Gespannleistungen abgeleistet. Jeder schrieb sich seine geleisteten Tagewerke auf, und zu Ostern wurde abgerechnet. Dabei entstand nie ein Streit über zu viel oder zu wenig; jeder glaubte dem anderen.

Oelfkes als Häuslinge in der Heidmark Bearbeiten

Lührenhof in OerbkeBearbeiten

Schäferei in KolkBearbeiten

JettebruchBearbeiten

Häuslinge auf dem Leitzmannshof in Vierde Bearbeiten

Auch auf dem Leitzmannshof lebten wie auf vielen Höfen Häuslinge, so unter anderem:

  • Friedrich Finke(* 1885), Großonkel der Helma Oelfke, war sehr lange Jahre Häusling auf dem Leitzmannshof und griff als solcher sowie als Verwalter vor allem in späteren Jahren der Bäuerin Martha Oelfke unter die Arme, die den Hof ohne ihren Mann Albert Oelfke bewirtschaften musste, da dieser früh verstorben war.

Literatur Bearbeiten

GalerieBearbeiten

Bild:Leitzmannhof_oma_finke_ie.jpg|Oktober 2008: Hier lebten einst die Finkes im Häuslingshaus auf dem Leitzmannshof.

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