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Oelfke

Dienste und Abgaben

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Dienste und Abgaben hatten die Bauern und Bäuerinnen in der Heidmark jahrhundertlang zu leisten. Die Pflichten waren zum Teil erdrückend, auch auf den Oelfke-Höfen.

GeschichteBearbeiten

Die Lasten, die Dienste und die Abgaben waren für die Betroffenen zermürbend. Über Jahrhunderte lebten die Bäuerinnen und Bauern quassi in Unfreiheit, waren ihre Tage ausgefüllt mit Arbeiten und dem Herbeischaffen von Geld und Naturalien für die jeweilige Obrigkeit. Alle Dienste und Abgaben hier aufzulisten, würde den Rahmen dieser Oelfke-Chronik sprengen. Daher nun folgend nur ein kleiner Überblick:

Die erste Steuer: "Der Zehnte"Bearbeiten

Was den Bauern der Heidmark vor der Zeit Kaiser Karl abgenommen wurde, ist nicht überliefert. Kaiser Karl war es dann, der den Bauern mit dem "Zehnten" die erste Steuer auferlegte. Den Zehnten ihrer Arbeit und ihres Vermögens hatten die Bauern fortan den Kirchen und Priestern zu geben. Hinzu kamen Strafgelder von vielfältiger Art.

Die Bauern fühlten sich dadurch ihres Besitzes und auch ihrer "Freiheit der Seelen" beraubt. Vor diesem Hintergrund blieb "der Zehnte" als erste Steuer auch die am meisten gehasste Steuer. Mit der Zeit gerieten die einst freien Bauern in ein Hörigkeitsverhältnis zu den Gutsherren und Herzögen. Letzeren gehörte nun aller Grund und Boden. Die persönlich freien Bauern saßen zwar auf ihren Höfen, hatten daran aber nur ein "dingliches Nutzungsrecht".

In der Heidmark werden im Zwölfhundert (Amtsbuch des Klosters Walsrode) auch die Bauern der Voll- und Halbhöfe als "Litones" (hörige Leute) aufgeführt. Diese Hörigkeit bezog sich auf auf Grund, Boden und Höfe.

Die ersten Freikäufe vom "Zehnten"Bearbeiten

Im 14. Jahrhundert waren endlich Freikäufe aus der Hörigkeit möglich. So wurden zum Beispiel die Oelfkes vom Oelfkenhof in Oerbke, Stöckmanns in Westenholz, zum Hofe in Untereinzingen und Cohrs in Einzingen "frei gelassen". Frei von Diensten und Abgaben waren sie deshalb aber noch lange nicht.

Der Viehschatz, die Steuern und DiensteBearbeiten

Der "Viehschatz" bestand seit dem 15. Jahrhundert. Die Bauern hatten Abgaben für ihr Vieh zu zahlen. Weinkaufsgeld, Kriegssteuer und vieles mehr hatten die Bauern zu erbringen. Die "Pröven", Abgaben an Pastor und Küster, waren auch zu leisten.Über die Jahrhunderte hinweg und durch die Kriege stetig schlimmer werdend kamen ständig neue Steuern, Abgaben und Dienste hinzu.

Bei den Diensten waren zwei Arten zu unterscheiden: Dienste für den Landesherrn und Dienste für den Gutsherrn. Hand- und Spanndienste, zu erbringen in Celle, gehörten zum Beispiel zu den Pflichten. In Kriegszeiten waren "Kriegerfuhren" zu leisten.

Die Dienste für den Gutsherrn beim heimischen Adel bestanden insbesondere aus landwirtschaftlichen Arbeiten. Pflügen, eggen, säen und viele Arbeiten mehr waren zu leisten.

Die Abgaben eines Vollhofes in der HeidmarkBearbeiten

Ein Vollhof mittlerer Größe hatte in der Heidmark vor der Franzosenzeit 1803 diese Abgaben zu leisten:

  • 01.) Mondgelder ..................... ......................... 19 Taler....4 Groschen
  • 02.) Tobaksgeld für acht Mann je 1 Groschen .................................8 Groschen
  • 03.) Gutsherrliche Gefälle (Michaelis, Maitag, Rauchhuhn).........09 Taler...2 Groschen
  • 04.) Zehntgelder................................................. 20 Taler
  • 05.) Nebenanlage................................................. 1 Taler, 9 Groschen
  • 06.) Kavallerie-Verpflegungelder................................. 4 Taler, 12 Groschen
  • 07.) Kavallerie, Naturalien und Einquartierung, zirka............ 7 Taler
  • 08.) Herrendienste, vier Tage, je 20 Groschen.................... 3 Taler 8 Groschen
  • 09.) Kriegerreise, 3/4 Tag ...................................... 1 Taler
  • 10.) Landfolgedienste 1/2 Tag.................................... 1 Taler
  • 11.) Gefangenenwachdienste....................................... 8 Groschen
  • 12.) 6 Hintern Zinshafer.......................................... 1 Taler
  • 13.) Unterhaltung der Langenbrücke................................ 12 Groschen
  • 14.) Geistige Abgaben a) an den Prediger: Schinkengeld, 3 Brote
    24 Eier, Grütze und Flachs,
    Opfergeld, geistliche Baukosten
    b)an den Küster: Schnikengeld, 3 Brote
    Grütze und Flachs,
    Unterhaltung des Schullehrers
    ....................
  • 15.) Altenteil......................................................05 Taler
  • 16.) Dienstlohn

......a) 2 Knechte....................................................23 Taler ......b( Zeug.........................................................07 Taler..12 Groschen ......c) 2 Mägde......................................................12 Taler ......d) Zeug.........................................................07 Taler..12 Groschen ......e) 1 Hirtenjunge................................................03 Taler ......f) Zeug.........................................................03 Taler ......g) 1 Ochsenhirt.................................................03 Taler

Das AblösungsgesetzBearbeiten

Durch das Ablösungsgesetz vom 10. November 1831 und die Ablösungsverordnung vom 23. Juli 1833 wurden die Bauern und Bäuerinnen schließlich frei. Die Ablösung erfolgte in der Ostheidmark in keinem Fall durch Landabtretung, sondern durch Kapitalzahlung oder Verrentnung der bisherigen Leistungen.

LiteraturBearbeiten

  • Buch "Die Heidmark", Hans Stuhlmacher, 1939 - wie auf der Oelfke-Hauptseite beschrieben

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